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Dämmschichttrocknung

Nicht immer kann ausgetretenes Wasser oberflächlich aufgenommen oder beseitigt werden. Stößt beispielsweise ein Wassereimer im Badezimmer um, kann das Wasser meistens wieder ohne Probleme aufgewischt werden. Die Restfeuchtigkeit verdunstet auf den Fliesen. Was passiert aber, wenn Wasser durch einen Wasserschaden in Bauteile oder sogar in den Bodenaufbau gelangt? Zunächst nichts. Der Geschädigte merkt erst nach und nach etwas, wenn die Feuchtigkeit die angrenzenden Wände hinaufsteigt. Fußleisten oder Tapeten lösen sich, es kommt zu unangenehmen Gerüchen oder es ist bereits Schimmelpilz sichtbar. Erst jetzt wird dem Bewohner bewusst, dass irgendetwas nicht stimmt.

Was ist eine Dämmschichttrocknung?

Daemmschichttrocknung AnwendungEin Rohfußboden ist viel zu uneben, um dort den Fußbodenbelag (Fliesen, Teppichboden, Laminat) zu verlegen. Deswegen wird ein Estrich als „Füll- und Ausgleichsstoff“ direkt oder auf einer darauf liegenden Trenn- oder Dämmschicht aufgebracht. Der Estrich ist als Lastverteilungsschicht anzusehen, unter der sich dann die Wasser- und Heizungsleitungen und auch die Dämmung befindet. Als Dämmung werden Dämmstoffe aus mineralischen oder pflanzlichen Fasern sowie aus Schaumkunststoffen wie Polysterol (Styropor) und Polyurethan (PUR) verwendet.

Die Dämmung unter dem Estrich dient als Schall- und Wärmeschutz. Dies ist der sogenannte schwimmende Estrich. Dieser liegt also nicht direkt auf dem Rohfußboden auf und hat keine unmittelbare Verbindung mit den angrenzenden Wänden. Er „schwimmt“ sozusagen.

Bei einem Wasserschaden versickert das ausgelaufene Wasser unter dem Estrich in die Dämmschicht. Dort bleibt das Wasser auf der Rohbetonsohle liegen und kann kaum natürlich austrocknen.

 

Wie funktioniert die Dämmschichttrocknung?

Ziel einer Dämmschichttrocknung ist es, die durch einen Wasserschaden entstandene Überschussfeuchtigkeit zu entziehen, damit die Schadenprozesse gestoppt, die Auswirkungen vermindert und die ursprünglichen Materialeigenschaften so weit wie möglich erhalten bleiben. Die Feuchtigkeit kann nur mit technischer Unterstützung entfernt werden.

Um eine Dämmschicht zu trocknen gibt es drei Verfahren:

  • Das Unterdruckverfahren
  • Das Überdruckverfahren
  • Das Schiebe-Zug-Verfahren

Das Unterdruckverfahren

UnterdruckverfahrenBei der Dämmschichttrocknung wird in Deutschland meist das Unterdruckverfahren auch Vakuum- oder Saugverfahren genannt, angewandt. Hierbei ist das Risiko einer Gebäudekontamination nahezu ausgeschlossen, weil die abgesaugte Luft aus der Dämmschicht gezielt abgeführt werden kann.

Bei dem Unterdruckverfahren wird über Bohröffnungen in der Estrichplatte die Luft aus der Dämmschicht gesaugt. Dieses wird mit Hilfe eines Seitenkanalverdichters, der den Strömungswiderstand in der Dämmschicht überwinden kann, durchgeführt. Die vorgetrocknete Raumluft wird über die Randfugen oder über zusätzlich geschaffene Eintrittsbohrungen in die Dämmschicht gesogen, reichert sich hier mit Feuchtigkeit an und kann gezielt abgeführt werden. Die Feuchtluft kann direkt aus dem Gebäude abgeleitet oder mittels HEPA-Filter in den Raum geleitet werden.

Das Überdruckverfahren

Bei dem Überdruckverfahren wird technisch entfeuchtete Luft über Bohröffnungen mittels Seitenkanalverdichters in die Dämmschicht gepresst. Die eingedrückte trockene Luft durchströmt den Dämmschichtbereich, reichert sich hier mit Feuchtigkeit an und strömt über die Randfugen oder zusätzlich geschaffene Entlüftungsbohrungen wieder aus. Hierbei verlässt allerdings die Luft die Dämmschicht unkontrolliert und Gerüche, Staub und Schimmelpilzsporen können in die Raumluft gelangen. Deswegen kann das Überdruckverfahren nur eingesetzt werden, wenn entsprechende Schutzmaßnahmen eingehalten werden und anschließend eine Feinreinigung im Trocknungsbereich durchgeführt wird.

Schiebe-Zug-Verfahren

Um größere Distanzen zu überwinden, können das Unterdruckverfahren und das Überdruckverfahren kombiniert werden. Dieses wird weitgehend als Schiebe-Zug-Verfahren bezeichnet. Hierbei wird trockene Luft über eine Öffnung in die Dämmschicht gepresst und an der gegenüberliegenden Seite über eine weitere Öffnung im Unterdruck wieder abgesaugt. Die abgesaugte Luft wird nach außen hin abgeleitet oder mittels HEPA-Filter gereinigt in den Raum entlassen.

Bei diesem Verfahren sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die doppelte Luftmenge aus der Dämmschicht abgesaugt wie eingepresst wird. Die Gefahr einer Gebäudekontamination wird hierbei minimiert.

Randfugenverfahren

Bei kleineren Fluren oder Räumen kann zur Vermeidung von Beschädigungen an Oberbelägen (Laminat, Fliesen, Parkett) das Randfugenverfahren eingesetzt werden. Hierbei werden die Fußleisten oder Sockelleisten entfernt, die HEYLO Edelstahl-Schlitzdüsen eingesetzt und an den Seitenkanalverdichter SKV 115 angeschlossen. Hier können die bereits beschriebenen Dämmschichtverfahren angewendet werden. Beim Überdruckverfahren wird über die Edelstahl-Schlitzdüsen Trockenluft mittels Seitenkanalverdichter in die Dämmschicht gedrückt, um sie auf der gegenüberliegenden Raumseite aus dem Randstreifen gezielt entweichen zu lassen.

Dauer einer Dämmschichttrocknung

Wie lange die Dämmschicht unter dem Estrich benötigt, um vollständig zu trocknen, lässt sich nicht pauschal sagen. Je nachdem, wie umfangreich der Wasserschaden ist, dauert die Trocknungszeit in der Regel 14 bis 21 Tage. Fachleute haben die Regeltrocknungszeiten in der VdS 3150 (Richtlinien zur Leitungswasserschaden-Sanierung) niedergeschrieben, die bei sachgerechtem Aufbau und ausreichend bemessenem Geräteeinsatz einzuhalten sind.

Folgende Faktoren wirken sich unter anderem auf die Dauer der Dämmschichttrocknung aus:

  • Eingedrungene Feuchtigkeitsmenge
  • Richtige Gerätedimensionierung
  • Art und Dicke des Dämmstoffs
  • Durchfeuchtungsgrad der Bodenplatte

HEYLO Geräte zur Dämmschichttrocknung

HEYLO bietet ein modulares System, das für die Dämmschichttrocknung effizient eingesetzt werden kann. Das Herzstück des Systems ist der Seitenkanalverdichter SKV 115. Dieser eignet sich speziell für die Unter-Estrichtrocknung und kann im Druck- und Saugverfahren eingesetzt werden. Er befördert 180 m³/h Luft bei einer Lautstärke von 67 (dB(A)). Um die Übersicht während der Trocknung zu behalten, sind Energiezähler, Betriebsstundenzähler und Amperemeter integriert.

Daemmschichttrocknung

Im Unterdruckverfahren wird ein Gemisch aus Wasser und Luft angesaugt. Hier müssen geeignete Maßnahmen getroffen werden, damit keinerlei Wasser oder Feststoffe in den Seitenkanalverdichter gelangen können. Dieses würde zur Verstopfung des Seitenkanalverdichters und somit zur Zerstörung des Gerätes führen. Wir empfehlen daher bei jedem saugenden Einsatz den Wasserabscheider HWA 600 vorzuschalten. Dieser scheidet vorab Wasser und Feststoffe ab.

Der Wasserabscheider zeichnet sich durch seine Langlebigkeit sowie durch die einfache Reinigung und Wartung aus. Die HEPA-Filterbox HFB 600 des modularen Systems filtert Schmutzpartikel und Schadstoffe aus der angesaugten Luft. Somit muss die gefilterte Abluft nicht nach außen abgeführt werden, sondern kann gereinigt in dem Raum bleiben. Der mitgelieferte Filter entspricht der Klasse H 14 nach DIN EN 1822.

Der Seitenkanalverdichter allein besitzt eine Lautstärke von 67 (dB(A)). Damit das Gerät auch in bewohnten Räumen nahezu ungestört arbeiten kann, empfiehlt sich das Anbringen eines Schalldämpfers. Der Schalldämpfer HSD 600 sorgt für eine Schallreduktion von bis zu 15 (dB(A)).

Sie haben Fragen zu dem modularen System zur Dämmschichttrocknung von HEYLO oder sind sich unsicher, ob es sich für die Trocknung Ihrer Dämmschicht eignet? Dann lassen Sie sich kostenlos von unseren HEYLO Experten beraten!

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