Entfeuchtung bei Wasserschäden

Entfeuchtung WasserschaedenDie Sachversicherer in Deutschland haben in den letzten Jahren ein enormes Ansteigen des Schadenaufwandes in der Leitungswasserversicherung verzeichnen müssen. Nach Angaben des vds werden in Deutschland jährlich ca. 1,5 Millionen Schäden gemeldet. In sehr vielen Gebäuden sind die Wasser führenden Leitungen sanierungsbedürftig. Durch ein verändertes Wohnverhalten, luftdichtere Bauweise und ein gestiegenes Hygienebedürfnis geraten in den letzten Jahren zunehmend Feuchteschäden als Ursache für Schimmelpilzbefall in den Blickpunkt. Starke Stürme und immer stärker werdende Regenfälle tun ein Übriges, um ein weites Betätigungsfeld für Wasserschadensanierer zu schaffen.

Bevor es los geht
Vor der technischen Trocknung von Wasser- und Feuchteschäden ist es in jedem Fall zwingend erforderlich, dass die Schadenursache bei Beginn der Arbeiten bekannt und behoben ist! Ist dies nicht der Fall, werden in der Regel zunächst eine Leckageortung mit Leckortungsgeräten, wie z. B. dem Komplettset LSK 200, und anschließend die Reparatur der Schadenstelle durchgeführt. Akute Schäden erfordern besonders schnelle Reaktionszeiten. In diesen Fällen sollte innerhalb von zwei bis drei Stunden eine Sofortmaßnahme durchgeführt werden.

Es geht los
Sind keine Dämmschichten oder Hohlräume betroffen, bleibt es in der Regel bei der einfachen Raumtrocknung mit Kondensationstrocknern, wie z. B. HEYLO KT 1800. Gegebenenfalls kommt es zu Wandtrocknungen mittels Folienzelt oder sogenannten Infrarot-Wärmeplatten. Meistens sind jedoch auch Hohlräume betroffen, so dass zusätzlich z. B. Schächte, Holzbalkendecken, Flachdachdämmungen oder Estrichdämmschichten zu trockenen sind.

Bei der Estrichtrocknung unterscheidet man das Überdruckverfahren und das Vakuumverfahren. Bei beiden Verfahren werden vorzugsweise Adsorptionstrockner und dazu bemessene Seitenkanalverdichter (SKV) eingesetzt. Beim Überdruckverfahren wird die stark getrocknete Luft in die Dämmschicht gepresst und tritt über die Randfuge oder über Entlastungsbohrungen mehr oder weniger unkontrolliert aus (was nicht empfehlenswert ist). Beim Vakuumverfahren kann der Austritt kontrolliert erfolgen. Die gleichmäßige Durchströmung wird an der geöffneten Randfuge mittels Anemometer gemessen. Außerdem müssen geeignete Maßnahmen getroffen werden, damit keinerlei Wasser oder Feststoffe in den Seitenkanalverdichter gelangen und diesen beschädigen können. Befindet sich in der Dämmschicht freies Wasser, muss bei diesem Verfahren generell dem Verdichter ein Wasserabscheider vorgeschaltet werden. Wegen der möglichen Verwirbelung von Schadstoffen und Sporen, wird zunehmend das Vakuumverfahren eingesetzt. Grundsätzlich bedarf das Thema Schimmel bzw. künstliche Mineralfasern (KMF) in diesem Zusammenhang besonderer Beachtung. Nicht selten ist es bereits vorgekommen, dass durch unbedarfte „Sanierungsarbeiten“ Schimmelpilzsporen und KMF innerhalb eines kompletten Gebäudes verschleppt wurden. Ursprünglich nicht befallene Bereiche wurden somit unnötig kontaminiert. Dabei wäre der gezielte Einsatz von Luftreinigern mit HEPA-Filtern und geeigneten Desinfektionsmitteln eine weitere Einnahmemöglichkeit für den Handwerker gewesen.

Fazit: Ohne fachliche Kenntnisse und Wissen sollten keine Bautrocknungen oder Wasserschadensanierungen begonnen werden. Hier empfiehlt es sich, spezielle Seminare zum Thema technische Trocknung professioneller Unternehmen zu belegen.